Eine Initiative von

Francois Viljoen

Lushof

Hallo, mein Name ist Francois Viljoen und ich baue Bio-Weintrauben und Bio-Heidelbeeren für Nature & More im Westen Südafrikas in der Nähe der Stadt Saron an. 

Ich bin Betriebsleiter auf dem Lushof und lebe hier zusammen mit meiner Frau und unseren beiden Kindern. Schon als kleiner Junge habe ich davon geträumt, Landwirt zu werden. Aufgrund der Apartheid war dieser Traum für einen Mann mit meiner Hautfarbe jedoch völlig unerreichbar. Mein Vater war damals Lkw-Fahrer am Lushof und meine Mutter hat hier Tomaten verpackt. Als kleines Kind habe ich mit den Kindern der weißen Besitzer gespielt, das war völlig normal. Doch als wir älter wurden, hat uns das System der Apartheid getrennt. Da das Studium der Landwirtschaft verboten war, habe ich Handel studiert und mich weitergebildet. Erst nach dem Tod meines Vaters habe ich meinen alten Spielkameraden wieder getroffen. Wir haben uns gut unterhalten und ich habe ihm erzählt, dass die Landwirtschaft schon immer meine Leidenschaft war. Also hat er mir eine Chance gegeben und mir die Leitung des Lushof übertragen. So konnte ich meiner Berufung folgen. Mir gefällt die Arbeit mit der Erde und dem Boden und ich hoffe, dass Ihnen unsere gesunden und leckeren Früchte gut schmecken. In meiner Sicht ist der Boden einfach ein Segen. Wir müssen ihn gut behandeln und auf unseren Planeten achten. Denn wenn wir für die Erde sorgen, sorgt sie auch für uns. Das macht sie schon seit ewigen Zeiten!“

Interview

N&M: Wann und warum haben Sie auf ökologische Landwirtschaft umgestellt?
Wir haben gesehen, dass Obst aus ökologischem Anbau gefragt war. Außerdem konnten wir uns so von anderen Erzeugern abheben. Inzwischen sind wir seit sechs Jahren als Bio-Betrieb zertifiziert.

N&M:  Welche Vorteile hat die ökologische Landwirtschaft Ihrer Meinung nach?
Die Verbraucher können sicher sein, dass Obst aus biologischem Anbau gesund ist und voller Nährstoffe steckt. Früchte aus der konventionellen Landwirtschaft mögen schön aussehen, müssen jedoch mit Chemikalien besprüht und gedüngt werden, was ihre gesundheitlichen Vorteile schmälert.

N&M: Was gefällt Ihnen am besten an Ihrer Arbeit?Dass ich das Leben meiner Arbeiterinnen und Arbeiter zum Besseren verändern kann. Ich möchte meinen Leuten mit dem Anbau von Weintrauben Alltagskompetenzen für ihr Leben vermitteln, die sie dann an ihre Kinder weitergeben.

N&M: Haben Sie besondere Pläne für die (nachhaltige) Zukunft, über die Sie uns etwas sagen können?

Wir möchten in den nächsten Jahren unsere Ernte verdoppeln und alte Sorten gegen neue, spannende Sorten austauschen, die für den biologischen Anbau gut geeignet sind. Beispielsweise Sorten, die einen schönen Farbton annehmen, ohne dass dafür färbende Wachstumshormone nötig wären.

Sie sind hier

Was züchte ich?

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Nachhaltigkeitsblume

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Boden

Hier geht es darum, dass der Boden gesund, fruchtbar und voller Leben bleibt.

 

Beim Anbau von Weintrauben gibt es keinen Fruchtwechsel. Zum Schutz des Bodens wechseln wir unsere Sorten jedoch alle 15 bis 20 Jahre, je nach Markttrends und Rentabilität. Bei der Anpflanzung von neuen Reben geht sehr viel Zeit in die Vorbereitung des Bodens. Wir unterstützen die Bodenstruktur und eine große Vielfalt im mikrobiellen Bodenleben. Darüber hinaus ist es wichtig, den pH-Wert des Bodens zu korrigieren, damit die Reben wachsen können. Nach der Anpflanzung schützen wir die Erde vor Erosion, indem wir zur Festigung Bodendecker pflanzen, die auch unseren Sommerwinden standhalten. Für eine gute Nährstoffversorgung unserer Pflanzen nutzen wir mit Dung angereicherten Kompost, den wir auf der Farm erzeugen. All unsere Schnittreste werden zerkleinert und wieder in den Boden eingearbeitet, wo sie im Laufe der Zeit verrotten und langsam Kohlenstoff für das Pflanzenwachstum freisetzen.

Als ökologischer Betrieb verwenden wir keine aggressiven Herbizide und Pestizide, die unseren Boden schädigen und das mikrobielle und tierische Leben zerstören könnten.

Artenvielfalt

Wir sind überzeugt, dass es sehr wichtig ist, gemeinsam mit der Natur und nicht gegen sie zu arbeiten. Es gibt beispielsweise einige giftige Schlangenarten auf unserer Farm; sie suchen nach Futter und greifen Ratten und Frösche an. Wir versuchen einfach, ihnen möglichst aus dem Weg zu gehen.

Außerdem pflanzen wir Baumreihen um unsere Weinberge, um sie vor Wind zu schützen. In diesen Bäume finden einheimische Raubvögel wie Falken und Eulen gleichzeitig Nistplätze. Außerdem leben Perlhühner und Wildkatzen auf unserer Farm. Aber auch das Leben direkt am Boden ist wichtig, z. B. Schnecken. Einige Landwirte halten Schnecken für eine Plage, aber das sind sie nicht. Wir haben ausreichend Bodendecker auf der Farm, die sie fressen können, sodass sie sich nicht an den Trauben vergreifen. Sie dürfen gerne hier leben. Man sollte diesen Dingen immer etwas Zeit und Aufmerksamkeit widmen. Wenn Sie einen Vogel im Obstgarten sehen, denken Sie vielleicht, er hat es auf Ihre Ernte abgesehen, dabei frisst er nur Unkraut und Schädlinge.

Individuum

Unsere Arbeiterinnen und Arbeiter sind in Gesundheits- und Sicherheitsfragen gut informiert, was die Arbeit im Freien ebenso wie die Erzeugung von Lebensmitteln für den Exportmarkt betrifft.

Wir schulen Arbeitskräfte vor jedem Einsatz in den Weinbergen, damit sie die Arbeiten mit dem nötigen Hintergrundwissen richtig erledigen können. Wir schaffen ein freundliches, einladendes, inklusives, unterstützendes und interessantes Arbeitsumfeld, in dem Produktivität und Arbeitsqualität eine zentrale Rolle spielen.

Darüber hinaus ermutigen wir unsere Arbeiterinnen und Arbeiter, sich bei Interesse als Ausbilder für bestimmte Aufgaben zu melden, und versuchen, geeignete Personen auch selbst anzusprechen.

Gesellschaft

Wir bieten auf unserer Farm ein Programm für Studentinnen und Studenten der Agrarwirtschaft. Unsere Arbeiterinnen und Arbeiter gehören zu allen ethnischen Gruppe und Religionen. Wir diskriminieren nicht, sondern fördern vielmehr eine multikulturelle und multireligiöse Arbeiterschaft.

Wir bezahlen unsere Arbeiterinnen und Arbeiter wöchentlich, damit sie ein laufendes Einkommen haben. Saisonale Verträge haben eine feste Laufzeit, um Jobsicherheit zu garantieren. 85 % unserer Arbeitskräfte kommen jedes Jahr wieder, sodass wir weniger Zeit für die Einarbeitung aufwenden müssen.

Wir versuchen, jedes Jahr einige Paletten mit Früchten in der Region zu verkaufen, deren Erlös an die Gemeinde geht, die damit die Schule oder Klinik finanziert.

Wirtschaft

Tafeltrauben haben leider nur eine kurze Saison, sodass im Rest des Jahres nur wenig Arbeit auf der Farm anfällt. Daher sind die meisten Arbeiterinnen und Arbeiter nur wenige Wochen im Jahr bei uns. Während der Arbeitszeit organisieren wir für ihre Kinder eine Tagesbetreuung. Außerdem bieten wir Transportmöglichkeiten in die Stadt oder zum Supermarkt, damit sie alle zwei Wochen Lebensmittel einkaufen können. Wir führen jedes Jahr Betriebsprüfungen durch, da wir sicher sein möchten, die Arbeitsgesetze zu erfüllen und unsere Arbeiterinnen und Arbeiter fair zu behandeln. Außerdem fördern wir Beschäftigung in der Region, indem wir soweit wie möglich regional verpacken, kaufen und Aufträge vergeben.

Mit ökologischer Landwirtschaft möchten wir nachhaltige Jobs für nachfolgende Generationen schaffen und erhalten.

Klima

Hier geht es um die Emission von Treibhausgasen und unseren Einfluss auf das Klima und die Luftverschmutzung.

Im Bereich Energie versuchen wir unseren CO2-Fußabdruck so klein wie möglich zu halten. Unsere Verpackungs- und Kühlanlagen werden teilweise mit Solarenergie betrieben, während unser Strom von einer nahegelegenen Windkraftanlage erzeugt wird.

Da wir ein Biobetrieb sind, sprühen wir keine Chemikalien auf unsere Weintrauben und verwenden nur ökologische und mikrobielle Produkte, die mit weniger Energieaufwand erzeugt werden. Außerdem kombinieren wir sie in Sprühmischungen, damit wir möglichst selten mit dem Traktor durch die Weinberge fahren müssen.

Wir recyceln unseren gesamten Plastikmüll und geben alle Produktbehälter zur Wiederverwendung an unsere Lieferanten zurück. Für Verpackungen setzen wir möglichst auf Recyclingmaterial.

Unsere Weintrauben werden mit Containerschiffen nach Europa und in die USA transportiert.

Wasser

Wir gehen mit dem Wasser auf unserer Farm sehr sorgfältig um. So messen wir beispielsweise die Bodenfeuchtigkeit, um zum richtigen Zeitpunkt zu bewässern und nicht durch unnötige Bewässerung Wasser zu verschwenden. Damit sparen wir nicht nur Kosten für Wasser und Strom, sondern reduzieren auch unseren CO2-Fußabdruck.

Um die Verdunstung des Wassers am Boden so gering wie möglich zu halten, nutzen wir die Tröpfchenbewässerung.

Mit Bodendeckern und einer Schicht Biomasse zur Abdeckung können wir die Wasserverdunstung weiter verringern.

Außerdem haben wir unsere eigene Wasserreinigungsanlage, die unsere Farm mit Trinkwasser versorgt.

Wo zu finden?

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